Besteuerung von Kryptowährungen

Von: Roger Schärli

Bereits mehrere kantonale Steuerverwaltungen haben Merkblätter zum Thema Kryptowährungen herausgegeben

Besteuerung von Kryptowährungen

Das Thema Kryptowährungen und besonders der Bitcoin sind momentan in aller Munde. Neben dem Bitcoin gibt es noch rund 1‘000 weitere Kryptowährungen, in welche investiert werden kann. Für private Anleger sind Investitionen sehr lukrativ. Die Kurse weisen eine hohe Kursvolatilität auf, dies führt jedoch auch zu einem entsprechend hohen Risiko bei Transaktionen in Kryptowährungen.

Der Kanton Luzern und Zug haben nun jeweils ein Merkblatt zur Besteuerung von Kryptowährungen publiziert. Folgende Punkte sollten bei der Steuererklärung beachtet werden, wenn man im Besitz von Kryptowährungen ist oder wenn man Kryptowährungen schürft (Mining).

Vermögenssteuerrechtliche Qualifikation

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind im Guthaben- und Wertschriftenverzeichnis als „übrige Guthaben“ zu deklarieren. Als Nachweis für das Guthaben kann man einen Ausdruck der Jahresendbestände des Wallets einreichen. Für den Bitcoin ermittelt die Eidg. Steuerverwaltung einen Jahresendwert. Weitere bedeutende Kryptowährungen dürften wohl bald auf der Kursliste der Eidg. Steuerverwaltung ergänzt werden.

Ist die entsprechende Kryptowährung nicht auf der Kursliste, so ist diese zum Jahresendkurs der entsprechenden Handelsplattform einzutragen, über welche die Käufe und Verkäufe abgewickelt wurden. Weitere Anhaltspunkte für die Bewertung kann auch die Webseite https://coinmarketcap.com liefern.

Ist kein Bewertungskurs per Jahresende ermittelbar, dann ist der entsprechende Kaufpreis zu deklarieren. In gewissen Fällen ist auf dem Kaufpreis ein Abschlag gerechtfertigt.

Einkommenssteuerrechtliche Qualifikation

Grundsätzlich sind Kapitalgewinne aus beweglichem Privatvermögen steuerfrei. Wird man vom Steueramt jedoch als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert, dann sind die Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen als selbständiges Erwerbseinkommen steuerbar. Dabei gilt es zu beachten, dass für dieses Einkommen auch die AHV abgerechnet werden muss.

Bei der Beurteilung, ob jemand als Wertschriftenhändler qualifiziert wird, berufen sich die Kantone auf das Kreisschreiben Nr. 36 der Eidg. Steuerverwaltung. Folgende Faktoren haben einen Einfluss auf die Beurteilung:

-        Haltedauer der Wertschriften

-        Transaktionsvolumen

-        Höhe der Kapitalgewinne aus Wertschriftenhandel im Vergleich zum restlichen Einkommen

-        Fremdfinanzierung der Investitionen

-        Kauf und Verkauf von Derivaten (insbesondere Optionen)

Ebenfalls gilt es zu beachten, dass das Schürfen (Mining) von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen durch die Zurverfügungstellung von Rechnerleistung sowie das Vereinnahmen von Einkünften aus diesem Geschäft ebenfalls ein steuerbares Einkommen darstellt.

Falls man als angestellte Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer Lohnzahlungen oder Gehaltsnebenleistungen (z.B. Bonus in Form von Bitcoins) erhält, so handelt es sich dabei um steuerbares Erwerbseinkommen. Dieses Einkommen gilt es zum Zeitpunkt des Zuflusses in Schweizer Franken umzurechnen und im Lohnausweis entsprechend auszuweisen.

Es gibt einige mögliche Stolpersteine bei der Besteuerung von Kryptowährungen. Besonders wenn man in Gefahr läuft als gewerbsmäßiger Wertschriftenhändler qualifiziert zu werden, kann dies zu erheblichen steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Konsequenzen führen. Deshalb ist es sinnvoll diese Thematik vorgängig gut zu prüfen.

Gerne stehen Ihnen unsere Experten bei Fragen betreffend der Besteuerung von Kryptowährungen zur Verfügung. Die wadsack treuhandgesellschaft ist Mitglied der Bitcoin Association Switzerland und akzeptiert Bitcoins als Zahlungsmittel.